Pergola Baugenehmigung in Sachsen
In Sachsen regelt die SächsBO (§ 61 Abs. 1 Nr. 1 g SächsBO (Fassung 11.05.2016, zuletzt geändert 01.03.2024); Stadt Radebeul, Bauherren-Information), wann eine Baugenehmigung für Pergolen und Terrassenüberdachungen nötig ist. Hier die Fakten auf einen Blick.
Rechtsstand: 12.08.2026 – Kernregel an der Primärquelle geprüft. Korrekturen dokumentieren wir im Änderungsprotokoll.
Die Kernregel
30 m²
Max. Grundfläche
3 m
Max. Tiefe
Verfahrensfrei
Keine Genehmigung nötig
Rechtsgrundlage: § 61 Abs. 1 Nr. 1 g SächsBO (Fassung 11.05.2016, zuletzt geändert 01.03.2024); Stadt Radebeul, Bauherren-Information
Besonderheiten in Sachsen
Terrassenüberdachungen sind bis 30 m² Fläche und 3 m Tiefe verfahrensfrei (§ 61 Abs. 1 Nr. 1 g SächsBO, zuletzt geändert 01.03.2024). Städte wie Radebeul veröffentlichen die Eckdaten ausdrücklich: mehr als 30 m² oder mehr als 3 m Tiefe bedeutet Baugenehmigungsverfahren nach §§ 63 ff. SächsBO. In Denkmalschutzgebieten (Dresden, Görlitz, Leipzig-Gründerzeitviertel) kommt die denkmalrechtliche Genehmigung hinzu.
Praxisbeispiele
Terrassenüberdachung 8 m × 3 m = 24 m² in Leipzig: verfahrensfrei: Fläche unter 30 m², Tiefe exakt an der 3-m-Grenze.
Lamellendach 7 m × 4 m = 28 m²: Fläche passt, aber 4 m Tiefe überschreiten die sächsische 3-m-Grenze: genehmigungspflichtig. In Brandenburg wäre dasselbe Dach frei.
Ebenerdige Terrasse ohne Dach an ein Wohnhaus anbauen: Dafür braucht es in Sachsen keine Baugenehmigung. Erst die Überdachung löst die 30-m²/3-m-Prüfung aus.
Häufige Fehler vermeiden
Tiefe unterschätzt: 3 m Tiefe sind schnell erreicht: Ein Standard-Lamellendach mit 3,5 oder 4 m Ausladung ist in Sachsen genehmigungspflichtig, obwohl es in Nachbarländern frei wäre.
Denkmalschutz übersehen: In sächsischen Altbau- und Denkmalgebieten braucht es zusätzlich zur bauordnungsrechtlichen Freiheit die denkmalschutzrechtliche Genehmigung.
Fläche und Tiefe verwechselt: Beide Grenzen gelten kumulativ, die Überdachung muss unter 30 m² UND unter 3 m Tiefe bleiben, nicht entweder oder.
Was zählt als überdachte Fläche?
Entscheidend ist, ob die Konstruktion eine geschlossene oder weitgehend geschlossene Dachfläche hat. Eine Pergola mit offenen Querbalken oder Rankgitter gilt in der Regel nicht als Überdachung im Sinne der Bauordnung – und braucht damit auch keine Genehmigung, unabhängig von der Größe.
Sobald du ein festes Dach montierst – egal ob Glas, Polycarbonat, Lamellen oder Stoff-Bespannung – wird aus der offenen Pergola eine Terrassenüberdachung. Dann greifen die Regeln der SächsBO greifen.
Vor dem Bau prüfen
- ✓ Grundfläche der Überdachung berechnen (Breite × Tiefe)
- ✓ Bebauungsplan (B-Plan) beim Bauamt einsehen – kann strengere Vorgaben enthalten
- ✓ Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze prüfen (in der Regel mindestens 3 m)
- ✓ Bei Denkmalschutz oder Erhaltungssatzung: separate Genehmigung nötig
- ✓ Im Außenbereich (§ 35 BauGB): Bauvoranfrage stellen
- ✓ Bei Grenzbebauung: Nachbarn informieren und Zustimmung dokumentieren
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Häufige Fragen
Brauche ich in Sachsen eine Baugenehmigung für eine Pergola?
In Sachsen sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² Grundfläche und 3 m Tiefe in der Regel genehmigungsfrei. Das ergibt sich aus § 61 Abs. 1 Nr. 1 g SächsBO (Fassung 11.05.2016, zuletzt geändert 01.03.2024); Stadt Radebeul, Bauherren-Information. Freistehende Pergolen ohne geschlossene Dachfläche können je nach Konstruktion noch lockerer gehandhabt werden. Im Einzelfall entscheidet das zuständige Bauamt.
Was passiert, wenn ich in Sachsen ohne Genehmigung baue?
Wird ein genehmigungspflichtiges Bauvorhaben ohne Genehmigung errichtet, kann das Bauamt einen Baustopp verhängen und den Rückbau anordnen. Im schlimmsten Fall droht ein Bußgeld. Auch bei verfahrensfreien Vorhaben musst du die materiellen Bauvorschriften (Abstandsflächen, Bebauungsplan) einhalten – sonst kann der Nachbar klagen.
Gilt die Genehmigungsfreiheit auch für Lamellendächer in Sachsen?
Lamellendächer fallen in der Regel unter die gleiche Regelung wie Terrassenüberdachungen, da sie eine feste Dachkonstruktion darstellen. Entscheidend ist die Grundfläche (bis 30 m²) und die Tiefe (bis 3 m). Bei motorisierten Lamellendächern mit Seitenteilen kann die Einordnung anders ausfallen – hier lohnt eine Bauvoranfrage.
Wie nah darf ich an die Grundstücksgrenze bauen?
Die Abstandsflächen regelt die SächsBO. Als Faustregel gelten in den meisten Bundesländern 3 m zur Grundstücksgrenze. Bei Grenzbebauung (z. B. Reihenhaus) gelten Sonderregelungen. Auch wenn die Pergola selbst genehmigungsfrei ist, müssen die Abstandsflächen eingehalten werden. Bei Unsicherheit: Lageplan und Bebauungsplan beim Bauamt einsehen.