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Pergola aus WPC: Preise, Pflege und was das Material kann

WPC (Wood Plastic Composite) kombiniert Holzfasern mit Kunststoff. Das Ergebnis sieht aus wie Holz, splittert nicht, vergraut kaum und braucht keinen Anstrich. Für Terrassendielen hat sich WPC längst durchgesetzt, bei Pergolen ist das Angebot kleiner, wächst aber. Hier erfährst du, was WPC-Pergolen kosten, wo du sie bekommst und ob sich das Material gegenüber Holz oder Aluminium lohnt.

WPC-Pergolen (Wood-Plastic Composite) kosten 800–3.000 € als Bausatz und vereinen Holzoptik mit minimaler Pflege (Stand: März 2026). WPC splittert nicht, fault nicht und braucht keinen Anstrich. Die Tragkraft ist geringer als bei Massivholz, für Spannweiten über 4 m wird ein Stahlkern empfohlen.

Pergola aus Pergola aus WPC – typische Konstruktion und Optik

Materialvergleich auf einen Blick

Preiswert (4/5) Haltbarkeit (3/5) Pflegeleicht (4/5) Wetterfest (4/5) Optik (4/5)
Holz Aluminium Stahl WPC Bewertung 1–5
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Breite

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Schneelast

110 kg/m²

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Preise und Verfügbarkeit

GrößeBausatz (einfach)Bausatz (mit Querstreben)Inkl. Montage (geschätzt)
3 × 3 m 800–1.400 € 1.100–1.800 € 1.500–2.500 €
3 × 4 m 1.000–1.800 € 1.400–2.400 € 1.800–3.200 €
4 × 4 m 1.300–2.200 € 1.700–2.800 € 2.200–3.800 €
4 × 6 m 1.800–3.000 € 2.200–3.500 € 3.000–5.000 €

Preise inkl. MwSt., ohne Fundament. Die Auswahl an WPC-Pergola-Bausätzen ist deutlich kleiner als bei Holz oder Aluminium. Stand: März 2026. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.

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Was ist WPC genau?

WPC steht für Wood Plastic Composite (Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff). Die meisten Produkte bestehen zu 50–60 % aus Holzmehl (oft Fichte oder Bambus) und zu 40–50 % aus HDPE (High-Density Polyethylen) oder Polypropylen (PP). Dazu kommen Farbpigmente, UV-Stabilisatoren und Bindemittel. Der Kunststoffanteil lässt sich aus Recycling-Material herstellen, einige Hersteller werben mit bis zu 95 % Rezyklat-Anteil, was die Ökobilanz verbessert.

Hergestellt wird WPC im Extrusionsverfahren: die Masse wird erhitzt, durch eine Form gepresst und kühlt als fertiges Profil ab. Deshalb sind WPC-Profile immer gleichmäßig im Querschnitt, keine Astlöcher, keine Wuchsunterschiede. Typische Pfostenmaße: 90 × 90 mm, 100 × 100 mm oder 120 × 120 mm, Trägerbalken 50 × 100 mm bis 60 × 120 mm.

Die Profile sind in der Regel hohl (Hohlkammerprofil), was sie leichter macht als Vollmaterial, aber auch weniger tragfähig als massives Holz gleicher Dimension. Für tragende Pergola-Pfosten wird WPC deshalb oft mit einem Stahl- oder Alu-Kern verstärkt. Die Oberfläche ist je nach Hersteller gebürstet oder glatt, mit Rutschhemmung R10 oder R11 – relevant, wenn du WPC-Profile auch als Laufsteg oder Stufe einsetzt.

Eigenschaften: Vorteile und Grenzen

WPC splittert nicht, ein Vorteil, wenn Kinder barfuß unterwegs sind. Es nimmt weniger Feuchtigkeit auf als Holz (Wasseraufnahme unter 2 %, Holz: 8–15 %) und quillt kaum. Pilze und Insekten greifen WPC nicht an. Reinigung: Wasser und eine Bürste reichen für den Alltag.

Die Nachteile sind genauso konkret. WPC ist schwerer als Holz bei gleicher Dimension, ein WPC-Pfosten 9 × 9 cm wiegt rund 30 % mehr als Douglasie. Kratzer lassen sich nicht abschleifen, weil die Farbpigmente nur in der äußeren Schicht sitzen. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird die Oberfläche bis zu 20 °C wärmer als Holz – bei dunklen Farben noch mehr.

Farblich verblasst WPC in den ersten 12–24 Monaten um 10–15 %. Danach stabilisiert sich der Farbton. Hochwertige Produkte mit Co-Extrusionsbeschichtung (eine zusätzliche Kunststoffhülle) verblassen weniger, kosten aber 20–30 % mehr.

Statisch ist WPC schwächer als Holz oder Metall. Bei Pergolen-Sparren über 2,5 m Länge brauchst du entweder dickere Profile oder kürzere Abstände zwischen den Sparren. Für große Spannweiten ist WPC als alleiniges Material nicht geeignet.

Bioklimatisch oder Lamellendach mit WPC?

WPC-Pergolen gibt es ausschließlich als klassische Konstruktionen mit festen Querbalken oder einer Dachbespannung. Motorisierte Lamellendaecher und bioklimatische Systeme mit drehbaren Lamellen werden nicht aus WPC gefertigt, die beweglichen Teile erfordern Aluminium- oder Stahlprofile, die hoehere Praezision und geringere Toleranzen bieten.

Wer ein Lamellendach oder eine bioklimatische Pergola sucht, findet passende Modelle bei Aluminium-Konstruktionen. WPC eignet sich dagegen besonders gut als Material fuer Terrassendielen unter einer solchen Ueberdachung: pflegeleicht, splitterfrei und in vielen Holzdekoren erhaeltlich.

Hersteller und Bezugsquellen

WPC-Pergolen als komplette Bausätze bekommst du bei deutlich weniger Anbietern als Holz- oder Alu-Pergolen. Die meisten WPC-Hersteller (Megawood, Naturinform, Resysta, UPM ProFi) konzentrieren sich auf Terrassendielen und Fassaden.

Pergola-Bausätze aus WPC findest du vor allem bei:

Online-Händler wie Manomano, Netto oder Amazon bieten WPC-Pergolen von asiatischen Herstellern an, preislich attraktiv (ab 800 €), aber die Profilqualität schwankt. Achte auf UV-Stabilisierung und Hohlkammerzahl.

Baumärkte (OBI, Hornbach, Bauhaus) führen vereinzelt WPC-Pergola-Sets, meist saisonal von März bis August. Das Sortiment wechselt jährlich.

Fachhändler für Terrassenbau bieten manchmal WPC-Pergolen als Ergänzung zu WPC-Terrassen an. Vorteil: Beratung und die Möglichkeit, Terrasse und Pergola aus demselben Material und derselben Charge zu bestellen.

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WPC vs. Holz: lohnt sich der Umstieg?

Für Terrassendielen ist der Umstieg von Holz auf WPC nachvollziehbar, du trittst täglich drauf, die Pflegeersparnis ist spürbar, und Splitterfreiheit zählt. Bei einer Pergola sieht die Rechnung anders aus.

Die Profile stehen in der Luft, trocknen schnell ab und sind weder mechanisch noch durch Fußverkehr beansprucht. Holz verwittert an Pergola-Sparren deutlich langsamer als auf dem Boden. Douglasie oder Lärche halten als Pergola 15–20 Jahre mit minimalem Pflegeaufwand – WPC hält 15–20 Jahre ohne Pflege. Der Unterschied ist gering.

Wo WPC an der Pergola Sinn macht: wenn du bereits eine WPC-Terrasse hast und Material, Farbe und Optik durchgängig sein sollen. Das sieht stimmig aus. Rein funktional ist eine Kombination aus Alu-Pergola und WPC-Terrasse die haltbarere Lösung.

Preislich liegt WPC zwischen Holz und Aluminium. Eine WPC-Pergola 3 × 4 m kostet 1.000–2.400 €, Douglasie 800–2.000 €, Aluminium 2.200–4.000 €.

WPC vs. Aluminium

Aluminium und WPC sind beide pflegeleicht, aber in unterschiedlichen Ligen.

Aluminium ist leichter, statisch stärker und hält 30–50 Jahre. Du kannst nachträglich ein Lamellendach, Seitenteile oder eine Markise montieren, weil die Profile dafür ausgelegt sind. Aluminium verblasst nicht und wird in der Sonne nicht heiß.

WPC kostet weniger (30–50 % unter Aluminium), hat eine wärmere Optik und fühlt sich natürlicher an. Dafür ist es statisch schwächer, schwerer und nicht modular erweiterbar. Ein Lamellendach auf WPC-Pfosten? Geht nur mit Metall-Kern im Pfosten.

Faustregel: Wenn die Pergola nur Schatten und Optik liefern soll, ist WPC eine gute Wahl. Wenn du später nachrüsten willst – Dach, Seitenteile, Beleuchtung, ist Aluminium die bessere Basis.

Pflege und Reinigung

WPC braucht keinen Anstrich und keine Lasur. Trotzdem bleibt es nicht von allein sauber.

Im Frühjahr (März/April): die Profile mit einer weichen Bürste und warmem Wasser abschrubben. Hartnäckige Flecken (Vogelkot, Blütenpollen, Harz von Nachbarbäumen) gehen mit WPC-Reiniger oder etwas Spülmittel ab. Keinen Hochdruckreiniger verwenden – der kann die Oberfläche aufrauen und Rillen hinterlassen, in denen sich Schmutz festsetzt.

Grünbelag und Moos entstehen vor allem auf der Nordseite oder unter dichter Begrünung, wo die Profile schlecht abtrocknen. Dagegen helfen handelsübliche Grünbelag-Entferner (auf WPC-Verträglichkeit achten).

Kratzer lassen sich bei gebürsteten WPC-Oberflächen mit einem Schleifvlies (Körnung 80–100) in Bürstrichtung bearbeiten. Bei glatten, co-extrudierten Oberflächen geht das nicht, dort bleibt der Kratzer.

Metallische Gegenstände nicht auf WPC liegen lassen. Bei Feuchtigkeit hinterlassen sie Rostflecken, die sich nur schwer entfernen lassen.

Baugenehmigung für WPC-Pergolen

Das Material hat keinen Einfluss auf die Genehmigungspflicht. Entscheidend sind Grundfläche, Höhe und ob die Pergola ein festes Dach hat. Eine offene WPC-Pergola ohne Dacheindeckung ist in den meisten Bundesländern bis 20–40 m² genehmigungsfrei – die Grenzen variieren je nach Landesbauordnung.

Mit festem Dach (Polycarbonat, Glas) gelten strengere Regeln. Details zu den Regelungen findest du auf unseren Baugenehmigung-Seiten nach Bundesland. Vor dem Bau: beim zuständigen Bauamt nachfragen.

WPC-Pergola überdachen: welche Dacheindeckung passt?

Eine WPC-Pergola ohne Dacheindeckung ist ein Schattengerüst, bei Regen sitzt du nass. Die Dachoptionen hängen von der Tragfähigkeit der WPC-Sparren ab.

Doppelstegplatten aus Polycarbonat (16 mm): Das Standardmaterial für nachträgliche Eindeckung. Gewicht: nur 2,7 kg/m², das schaffen auch WPC-Sparren problemlos. Wichtig: mindestens 5° Dachneigung, damit Regenwasser abläuft und sich kein Schmutzfilm bildet. Kosten: 30 bis 50 €/m² inkl. Befestigungsprofilen.

Wellplatten aus PVC oder Polycarbonat: Günstiger als Stegplatten (15 bis 30 €/m²), aber optisch weniger ansprechend. Für Werkstatt-Pergolen oder Nebengebäude eine pragmatische Lösung.

VSG-Glas ist bei reinen WPC-Konstruktionen problematisch. 8 mm VSG wiegt 20 kg/m² – bei einer 3 × 4 m Pergola sind das 240 kg Dachlast plus Schneelast. WPC-Sparren ohne Metallkern schaffen das nicht. Wenn du Glas willst, brauchst du entweder Alu-Sparren auf WPC-Pfosten oder Pfosten mit Stahl-Innenkern.

Eine Sonderlösung: teiltransparente Solarmodule auf der Pergola. Sie erzeugen Strom, liefern Schatten und wiegen ca. 12 kg/m². Bei WPC-Pergolen nur mit verstärkten Sparren (Stahl- oder Alu-Kern) empfehlenswert.

WPC-Terrasse und Pergola: Material aufeinander abstimmen

Wer eine WPC-Terrasse hat und eine Pergola draufsetzt, will meistens ein einheitliches Gesamtbild. Dafür gibt es 2 Wege.

Pergola und Terrasse vom selben Hersteller: Megawood, Naturinform und Resysta bieten Terrassendielen und Pergola-Profile in identischen Dekoren. Vorteil: gleiche Farbcharge, gleiche Alterung. Nachteil: die Pergola-Bausätze dieser Hersteller sind oft teurer als No-Name-Produkte und in der Größenauswahl eingeschränkt.

Alu-Pergola auf WPC-Terrasse: Die funktional haltbarere Kombination. Die Pergola besteht aus Aluminium (30–50 Jahre Lebensdauer, kein Verblassen), die Terrasse aus WPC (15–20 Jahre). Die Materialien sehen unterschiedlich aus, ergänzen sich aber gut: Alu in Anthrazit (RAL 7016) mit WPC-Dielen in Graubraun ist die häufigste Kombination.

Bei der Montage der Pergola auf der WPC-Terrasse: die Pfostenträger (H-Anker oder Pfostenschuhe) gehören durch die WPC-Dielen hindurch in das darunterliegende Fundament – Beton oder verdichteter Schotter. Auf keinen Fall die Pfosten nur auf die WPC-Dielen schrauben. Das Material gibt unter Belastung nach.

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Häufige Fragen

Wie lange hält eine WPC-Pergola?

15 bis 20 Jahre bei normaler Witterung. WPC verrottet nicht wie Holz, wird aber mit der Zeit spröder. UV-stabilisierte Produkte halten länger. Im Vergleich: Aluminium hält 30+ Jahre, unbehandeltes Holz 10–15 Jahre.

Kann ich WPC-Profile sägen und bohren?

Ja, WPC lässt sich mit Holzwerkzeugen bearbeiten. Kreissäge, Stichsäge, Akkubohrer funktionieren. Schraubverbindungen halten gut, du solltest aber vorbohren, um ein Aufplatzen des Materials zu vermeiden.

Verblasst WPC in der Sonne?

Ja, in den ersten 12–24 Monaten verliert WPC 10–15 % der Farbintensität. Danach stabilisiert sich der Ton. Dunkle Farben (Anthrazit, Braun) verblassen stärker als helle. Co-extrudierte Profile mit Schutzhülle sind farbstabiler, kosten aber 20–30 % mehr.

Ist WPC umweltfreundlich?

Teilweise. WPC besteht zu 50–60 % aus Holzfasern, oft aus Produktionsabfällen. Der Kunststoffanteil (PE oder PP) ist erdölbasiert. Einige Hersteller verwenden recycelten Kunststoff. Am Ende der Lebensdauer lässt sich WPC thermisch verwerten, aber nicht kompostieren. Die Ökobilanz liegt zwischen Holz (besser) und PVC (schlechter).

Welche Farben gibt es bei WPC-Pergolen?

Die gängigsten Farben sind Anthrazit, Braun (verschiedene Töne von Teak bis Walnuss), Grau und Hellgrau. Einige Hersteller bieten auch Schwarz oder Sandfarben an. Anders als bei Holz kannst du WPC nicht nachträglich streichen, die Farbe wird bei der Herstellung eingemischt.