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Terrassenüberdachung aus Holz: Holzarten, Aufbau und Kosten

Holz ist das klassische Material für Terrassenüberdachungen und lässt sich gut in Eigenleistung verarbeiten. Die tragende Konstruktion besteht aus Leimholz (GL24h) oder Vollholz, als Eindeckung kommen Stegplatten oder VSG-Glas zum Einsatz. Ein Bausatz für 4 x 3 m startet bei 800 € (nur Holz, ohne Dach).

Holz-Terrassenüberdachungen starten als Bausatz ab 1.200 € (4 x 3 m, mit Stegplatten) und eignen sich besonders zum Selber bauen. Leimholz GL24h oder kesseldruckimprägnierte Fichte sind die gängigsten Materialien (Stand: März 2026).

8 Min. Lesezeit Aktualisiert: März 2026

Holzarten im Vergleich

HolzartPreis pro lfm (Sparren 60 x 140 mm)Dauerhaftigkeit (ohne Anstrich)Anmerkung
Fichte/Tanne KDI 4–7 €/lfm Klasse 3–4 (10–15 J.) Günstigste Option, muss gestrichen werden
Douglasie 8–12 €/lfm Klasse 3 (15–20 J.) Natürlich witterungsbeständiger, silbert nach
Leimholz GL24h (Fichte) 7–11 €/lfm Klasse 3–4 (10–15 J.) Formstabil, kein Verdrehen, maßhaltig
Lärche 9–14 €/lfm Klasse 3 (15–20 J.) Harzreich, hart, gute Witterungsbeständigkeit
Eiche 15–25 €/lfm Klasse 2 (25+ J.) Premium, selten für Terrassenüberdachungen

KDI = kesseldruckimprägniert. Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350. Preise für gehobelte Ware, Stand: März 2026. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.

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Konstruktion: Pfosten, Sparren, Pfetten

Eine typische Holz-Terrassenüberdachung besteht aus Pfosten (mind. 12 x 12 cm), einer Wandpfette (an der Hauswand) und einer Fußpfette (vorn auf den Pfosten). Darauf liegen die Sparren (6 x 14 cm bis 8 x 16 cm, je nach Spannweite). Kopfbänder (Diagonalstreben zwischen Pfosten und Pfette) versteifen die Konstruktion gegen Windkräfte.

Bei einer Tiefe bis 3 m reichen Sparren mit 6 x 14 cm im Abstand von 60 bis 80 cm. Ab 4 m Tiefe: 8 x 16 cm oder Leimholz GL24h mit 8 x 20 cm. Die Dachneigung sollte mindestens 5° betragen, 8 bis 10° sind besser für den Wasserablauf.

Eine Stegplatten-Eindeckung (16 mm Polycarbonat) wiegt nur 2,7 kg/m² und belastet die Konstruktion kaum. VSG-Glas (8 mm) wiegt 22 kg/m² und erfordert kräftigere Sparren.

Fundament und Verankerung

Holzpfosten dürfen keinen direkten Erdkontakt haben, sonst faulen sie. Die 3 gängigsten Methoden:

1. H-Anker (Pfostenträger) aus feuerverzinktem Stahl, einbetoniert in ein Punktfundament (30 x 30 x 80 cm). Der Pfosten steckt im H-Profil und steht 5 bis 10 cm über dem Boden. Kosten: ca. 15 bis 25 € pro Anker, plus Beton.

2. Aufschraubbare Pfostenträger auf bestehende Betonplatte oder Gehwegplatten. Einfacher, aber nur bei tragfähigem Untergrund sinnvoll.

3. Einschlag-Bodenhülsen: schnell, aber nur bei weichem Boden und geringer Belastung. Für eine Terrassenüberdachung meist zu instabil.

Für den Wandanschluss: Sparrenanker aus Stahl, die an der Hauswand verdübelt werden. Alternativ eine aufgedübelte Wandpfette.

Selber bauen: Ablauf und Aufwand

Eine Holz-Terrassenüberdachung lässt sich mit handwerklichem Geschick gut in Eigenleistung bauen. Werkzeug: Handkreissäge, Akkuschrauber, Schlagbohrmaschine, Wasserwaage, Winkel, Bohrständer (bei Zapfenverbindungen).

Grber Ablauf: Fundamente setzen (1 Tag, dann 2 Tage trocknen lassen) → Pfosten aufstellen und ausrichten → Pfetten montieren → Sparren auflegen → Kopfbänder setzen → Stegplatten oder Glas einlegen → Regenrinne anbringen.

Für eine 4 x 3 m Überdachung rechne mit 2 bis 4 Tagen reiner Arbeitszeit (2 Personen). Bausätze von Made-in-Germany-Herstellern kommen vorgefertigt mit gehobelten, gefasten Kanten und vorgebohrten Löchern. Das spart 30 bis 50 % der Arbeitszeit gegenüber Holz vom Sägewerk.

Alternativ: fertige Komplett-Bausätze mit Holzkonstruktion und Stegplatten ab 1.200 € (4 x 3 m). Dort sind alle Teile nummeriert und die Montageanleitung liegt bei.

Pflege und Holzschutz

Unbehandeltes Holz vergraut innerhalb von 1 bis 2 Jahren. Das ist kein Schaden, nur Optik. Wer die Farbe erhalten will: Holzlasur (halbtransparent) oder Decklack (deckend) alle 2 bis 3 Jahre auffrischen. Arbeitsaufwand: ca. 3 bis 4 Stunden für eine 4 x 3 m Überdachung, wenn man die Sparren von der Leiter aus streicht.

Douglasie und Lärche brauchen seltener einen Anstrich als Fichte, weil ihr natürlicher Harzgehalt länger schützt. Leimholz ist besonders formstabil und reißt weniger als Vollholz. Schwachstellen prüfen: Hirnholz (Stirnseiten der Balken), Verbindungspunkte und Stellen, an denen Wasser stehen bleibt.

Vorteile

  • Natürliche Optik, passt zu Garten und Fassade
  • Gut geeignet zum Selber bauen
  • Günstigster Einstieg bei Eigenbau ab Sägewerk
  • Bausätze aus deutscher Produktion verfügbar
  • Kombinierbar mit Stegplatten oder VSG-Glas

Nachteile

  • Regelmäßiger Holzschutz-Anstrich nötig (alle 2–3 Jahre)
  • Massivere Querschnitte als Aluminium (mehr Verschattung)
  • Ohne Behandlung Vergrauung und Rissbildung
  • Höheres Eigengewicht als Alu-Profile
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Häufige Fragen

Was ist besser: Leimholz oder Douglasie?

Leimholz GL24h (meist Fichte) ist maßhaltig, verzieht sich kaum und reißt weniger als Vollholz. Douglasie hat eine höhere natürliche Dauerhaftigkeit und muss seltener gestrichen werden. Für die Tragkonstruktion ist Leimholz technisch besser, für sichtbare Teile hat Douglasie die schönere Maserung.

Wie tief müssen die Fundamente sein?

Mindestens 80 cm, damit sie frostsicher sind. In Höhenlagen über 500 m empfehlen manche Bauämter 100 cm. Das Punktfundament sollte mindestens 30 x 30 cm Grundfläche haben. H-Anker werden mittig einbetoniert, der Pfosten steht dann 5 bis 10 cm über dem Boden.

Was kostet eine Holz-Terrassenüberdachung zum Selber bauen?

Mit Holz vom Sägewerk und Stegplatten: ab 600 bis 900 € für 4 x 3 m (nur Material). Als Komplett-Bausatz mit vorgefertigten Teilen: 1.200 bis 2.500 €. Mit VSG-Glas statt Stegplatten: 2.000 bis 4.000 €. Jeweils ohne Fundament (ca. 150 bis 300 €). Stand: März 2026.

Brauche ich Kopfbänder?

Kopfbänder (Diagonalstreben) versteifen die Verbindung zwischen Pfosten und Pfette gegen seitliche Kräfte (Wind). Bei Wandmontage tragen sie weniger zur Stabilität bei, weil die Wand seitliche Kräfte aufnimmt. Bei freistehenden Konstruktionen sind sie dringend empfohlen.