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Pergola in der Gastronomie: was gewerblich anders läuft

Restaurants, Cafés und Biergärten nutzen Pergolen und Lamellendächer, um Außenbereiche ganzjährig zu bewirtschaften. Im Vergleich zum privaten Einsatz gelten strengere Vorschriften: beim Brandschutz, bei den Fluchtwegen und bei der Baugenehmigung. Hier erfährst du, worauf Gastronomen achten müssen.

Pergolen und Lamellendächer für Gastronomie müssen Brandschutz-, Fluchtweg- und Windlast-Vorschriften erfüllen. Anbieter wie Stobag, Renson und Warema bieten Gastronomie-Systeme ab 10.000 € für Flächen ab 20 m². Eine gewerbliche Baugenehmigung ist in der Regel erforderlich.

5 Min. Lesezeit Aktualisiert: März 2026
Gastronomie-Terrasse mit Tischen und Lichterkette unter einer Pergola

Genehmigung

Fast immer erforderlich

Brandschutz

Pflicht bei geschlossener Überdachung

Fluchtwege

Mind. 2 freie Ausgänge

Typische Größe

30–80 m²

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Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen, freistehend

Breite

4,06 m

Tiefe

3,06 m

Windwiderstand

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Schneelast

110 kg/m²

ab 3.003 €

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Baugenehmigung für gewerbliche Pergolen

Im privaten Bereich sind kleine Pergolen in vielen Bundesländern genehmigungsfrei. Für gewerbliche Nutzung gilt das nicht. Eine Terrassenüberdachung in der Gastronomie ist fast immer genehmigungspflichtig – unabhängig von der Größe. Das liegt daran, dass gewerbliche Bauten andere Anforderungen an Standsicherheit, Brandschutz und Barrierefreiheit erfüllen müssen.

Der Genehmigungsprozess dauert in der Regel 4 bis 12 Wochen. Du brauchst: einen Bauantrag (oft über einen Architekten), Statik-Nachweis, Brandschutzkonzept (bei geschlossener Überdachung) und gegebenenfalls eine Stellungnahme der Feuerwehr.

Sondernutzung öffentlicher Flächen: Steht der Außenbereich auf dem Gehweg oder einem städtischen Platz, brauchst du zusätzlich eine Sondernutzungserlaubnis der Kommune. Die ist in der Regel zeitlich befristet und muss jährlich verlängert werden.

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Brandschutz und Fluchtwege

Sobald eine Pergola mit Dach und Seitenteilen einen fast geschlossenen Raum bildet, greifen Brandschutzvorschriften. Die wichtigsten Punkte:

- Material: Aluminium ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102). Holzkonstruktionen müssen je nach Größe und Lage flammhemmend behandelt werden (mindestens Baustoffklasse B1). - Fluchtwege: Mindestens zwei voneinander unabhängige Ausgänge, die ins Freie führen. Bei geschlossenen Seitenteilen (z. B. Glas-Schiebewände) müssen diese im Notfall ohne Schlüssel von innen zu öffnen sein. - Abstand: Mindestens 5 m zu anderen Gebäuden, wenn die Überdachung nicht selbst brandschutzgerecht eingestuft ist. - Heizstrahler: Gas-Heizstrahler unter geschlossenen Dächern sind in vielen Kommunen verboten. Infrarot-Elektroheizstrahler sind die sichere Alternative.

Achtung: Diese Angaben ersetzen keine Brandschutzberatung. Bei Projekten über 50 m² überdachter Fläche empfiehlt sich ein Brandschutzgutachter.

Geeignete Systeme für die Gastronomie

Gastronomie-Pergolen müssen mehr aushalten als Privatmodelle: höhere Nutzungsfrequenz, Wind auf offenen Plätzen und Reinigung mit Industriemitteln. Hersteller mit explizitem Gastronomie-Programm:

Stobag: Schweizer Hersteller mit Fokus auf Gewerbe und große Flächen. Lamellendächer und textile Systeme lassen sich zu Großflächen koppeln – Stobag bewirbt explizit Hotel- und Gastronomie-Lösungen.

Renson: Koppelbare Module (Camargue, Algarve) für Flächen bis 6 × 6 m pro Modul. Referenzprojekte in der Gastronomie weltweit.

Warema: Lamaxa-Lamellendächer mit gewerblicher Ausstattung (verstärkte Profile, Großflächensensoren). Über 1.000 Fachpartner in Deutschland für lokalen Service.

Bei allen drei Herstellern gilt: gewerbliche Projekte laufen über Fachhändler oder Architekten, nicht über den Privatkundenweg. Preise für gewerbliche Großflächen-Projekte liegen 20 bis 40 % unter dem m²-Preis privater Einzelanlagen, bei deutlich höheren Gesamtkosten.

Kosten für Gastronomie-Lösungen

Die Kosten hängen stark von Größe, Ausstattung und Genehmigungsaufwand ab. Grobe Richtwerte für eine Außenterrasse mit Lamellendach:

- 30 m² (kleines Café): 15.000 bis 30.000 € inkl. Montage - 50 m² (Restaurant-Terrasse): 25.000 bis 50.000 € - 80 m² (Biergarten-Teilüberdachung): 40.000 bis 80.000 €

Dazu kommen: Bauantrag und Statik (2.000 bis 5.000 €), Elektrik und Beleuchtung (2.000 bis 8.000 €), Seitenelemente (bei Bedarf), Heizung und Entwässerung. Die Investition lohnt sich, wenn der Außenbereich dadurch 3 bis 4 Monate länger bewirtschaftet werden kann.

Weitere Punkte, die im gewerblichen Umfeld relevant sind: Barrierefreiheit (stufenloser Zugang zum überdachten Bereich, Durchgangsbreite mindestens 90 cm), Gebäudeversicherung (Überdachung melden, sonst droht Leistungsausschluss bei Sturmschäden) und Beleuchtungsstärke (Gaststättenverordnung fordert für Gasträume mindestens 100 Lux am Tisch).

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Häufige Fragen

Brauche ich als Gastronom immer eine Baugenehmigung?

In der Praxis: ja. Selbst eine offene Pergola auf Privatgrund erfordert bei gewerblicher Nutzung in den meisten Bundesländern eine Genehmigung. Bei Sondernutzung öffentlicher Flächen kommt die Sondernutzungserlaubnis der Kommune dazu.

Darf ich Gas-Heizstrahler unter einem Lamellendach betreiben?

Das hängt von der Kommune ab. Viele Städte verbieten Gas-Heizstrahler unter festen oder teilfesten Dächern aus Brandschutzgründen. Infrarot-Elektroheizstrahler (z. B. an den Pfosten montiert) sind die unkomplizierte Alternative. Renson und Warema bieten passende Heizstrahler als Zubehör an.

Können Lamellendächer für Gastronomie-Flächen gekoppelt werden?

Ja. Renson, Warema und Stobag bieten koppelbare Module an. Renson Camargue-Module lassen sich bis 6 × 6 m ohne Zwischenpfosten koppeln. Für größere Flächen werden mehrere Module nebeneinander gestellt. Die Steuerung erfolgt zentral über ein System.