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Dachneigung und Gefälle bei der Terrassenüberdachung

Ohne Gefälle bleibt Regenwasser auf dem Terrassendach stehen, mit zu viel Gefälle verliert die Überdachung an der Vorderkante Durchgangshöhe. Die richtige Dachneigung ist deshalb reine Geometrie mit zwei Gegenspielern: Wasserablauf und Optik. Unsere Tabelle rechnet Grad in Zentimeter pro Meter um, damit du den Höhenversatz für deine Tiefe direkt ablesen kannst. Verbindlich bleibt am Ende die Montageanleitung deines Systems, denn das Mindestgefälle legt der Hersteller fest.

Als Faustformel gilt: 1° Neigung = 1,7 cm Gefälle pro Meter Tiefe. Bei einer üblichen Überdachung mit 3 m Ausladung bedeuten 5° bereits 26 cm Höhenunterschied zwischen Wandanschluss und Vorderkante. Welches Mindestgefälle dein Dach braucht, steht in der Montageanleitung des Herstellers und hängt vom Eindeckmaterial ab. Lamellendächer sind der Sonderfall: Sie stehen optisch waagerecht und entwässern über die geneigten Lamellen in die integrierte Rinne.

6 Min. Lesezeit Aktualisiert: März 2026

Faustformel

1° ≈ 1,7 cm pro Meter

Gegenspieler

Wasserablauf vs. Durchgangshöhe

Verbindlich

Montageanleitung des Herstellers

Sonderfall

Lamellendach entwässert über die Lamellen

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Warum ein Terrassendach überhaupt Gefälle braucht

Regenwasser folgt der Schwerkraft: Auf einer perfekt waagerechten Fläche bleibt es stehen, sammelt Schmutz, Laub und Pollen und hinterlässt beim Verdunsten Ränder. Auf geneigten Flächen läuft es zur tiefen Kante ab und nimmt einen Teil des Schmutzes mit – das Dach reinigt sich bei jedem Regen ein Stück selbst. Das zweite Argument ist die Entwässerung: Rinne und Fallrohr funktionieren nur, wenn das Wasser gezielt bei ihnen ankommt. Steht Wasser dauerhaft auf dem Dach, leiden außerdem Dichtungen und Verschraubungen, denn sie sind für ablaufendes, nicht für stehendes Wasser konstruiert.

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Gefälle-Tabelle: Grad, Zentimeter pro Meter und Höhenversatz

NeigungGefälle pro MeterVersatz bei 3 mVersatz bei 4 mVersatz bei 5 m
3,5 cm10 cm14 cm17 cm
5,2 cm16 cm21 cm26 cm
8,7 cm26 cm35 cm44 cm
12,3 cm37 cm49 cm61 cm
10°17,6 cm53 cm71 cm88 cm
15°26,8 cm80 cm107 cm134 cm

Berechnet über tan(Winkel), gerundet. Beispiel: 5° bei 3 m Ausladung = 26 cm – startet die Überdachung an der Wand bei 2,80 m, kommt die Vorderkante bei 2,54 m an.

Wie viel Neigung braucht welches Dachmaterial?

Das Mindestgefälle legt der Systemhersteller fest und es lohnt sich, vor dem Kauf in die Montageanleitung zu schauen. Die Logik dahinter: Je glatter die Eindeckung und je dichter die Stöße, desto weniger Neigung braucht das Wasser zum Ablaufen. Glasdächer kommen deshalb mit vergleichsweise wenig Neigung aus, bei Stegplatten empfehlen Hersteller häufig mehr Gefälle, damit Wasser nicht an den Profilstößen stehen bleibt und die Kammern frei von Kondensfeuchte bleiben. Wer unter dem Minimum des Herstellers baut, riskiert neben Pfützen auch die Gewährleistung – im Schadensfall zählt die Anleitung, nicht die Optik.

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Der Zielkonflikt: Gefälle kostet Durchgangshöhe

Jeder Zentimeter Gefälle fehlt vorn an der Durchgangshöhe. Die Tabelle oben zeigt das Dilemma konkret: Bei 4 m Ausladung und 7° liegt die Vorderkante 49 cm tiefer als der Wandanschluss. Drei Auswege haben sich etabliert. Erstens: den Wandanschluss höher setzen, sofern Fensterstürze und Rollladenkästen das zulassen. Zweitens: ein Material mit geringem Mindestgefälle wählen und flacher bauen. Drittens: ein Lamellendach statt einer festen Eindeckung – es steht optisch waagerecht, weil die Entwässerung über die drehbaren Lamellen selbst läuft, die das Wasser in die umlaufende Rinne und durch die Pfosten nach unten führen. Diesen Sonderweg bezahlst du beim Preis, dafür entfällt der sichtbare Höhenversatz komplett.

Gefälle nachträglich prüfen

Bei einer bestehenden Überdachung genügen Wasserwaage und Zollstock: Eine 2-m-Wasserwaage an die Dachkante legen, waagerecht ausrichten und den Abstand zwischen Wasserwaagen-Ende und Dach messen. 7 cm Abstand auf 2 m Länge entsprechen 3,5 cm pro Meter, also etwa 2°. Wer nach starkem Regen Pfützenränder oder Schmutzfahnen auf dem Dach sieht, hat einen praktischen Beleg dafür, dass das Gefälle an dieser Stelle nicht reicht – dann ist der Fachbetrieb der richtige Ansprechpartner, denn ein nachträgliches Anheben des Wandanschlusses gehört nicht in die Heimwerker-Kategorie.

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Häufige Fragen

Welches Gefälle braucht eine Terrassenüberdachung mindestens?

Den verbindlichen Wert legt der Systemhersteller in der Montageanleitung fest, er unterscheidet sich je nach Eindeckmaterial. Als Planungsgröße hilft die Geometrie: 1° Neigung entspricht rund 1,7 cm Gefälle pro Meter Tiefe. Wer unter der Herstellervorgabe baut, riskiert stehendes Wasser und im Schadensfall die Gewährleistung.

Wie berechne ich die Dachneigung in Zentimetern?

Gefälle pro Meter = Tangens des Winkels × 100. Für den Gesamtversatz multiplizierst du das mit der Tiefe: 5° bei 3 m Ausladung ergibt tan(5°) × 100 × 3 = rund 26 cm. Umgekehrt geht es auch: Gemessene 12 cm auf 3 m sind 4 cm pro Meter, also etwa 2,3°.

Was passiert bei zu wenig Gefälle?

Wasser bleibt in Pfützen stehen, Schmutz und Pollen lagern sich als Ränder ab und die Rinne bekommt das Wasser nicht zuverlässig zugeführt. Dauerhaft stehendes Wasser belastet außerdem Dichtungen und Verschraubungen. Sichtbare Pfützenränder nach Regen sind das typische Warnsignal.

Warum steht ein Lamellendach waagerecht, obwohl es entwässert?

Die Entwässerung übernehmen die Lamellen selbst: In Regenstellung leiten die geneigten Profile das Wasser in eine umlaufende Rinne, von dort läuft es durch die Stützpfosten ab. Der Rahmen kann deshalb optisch in der Waagerechten bleiben – einer der Gründe, warum Lamellendächer bei moderner Architektur beliebt sind.