Alu-Pergola mit festem Dach: drei Optionen im Vergleich
Eine Alu-Pergola mit festem Dach ist im Grunde eine Terrassenüberdachung. Der Vorteil gegenüber einer reinen Glasüberdachung: modularer Aufbau, nachträgliche Erweiterung mit Seitenteilen und oft ein schlankeres Profildesign. Drei Dachtypen stehen zur Wahl.
Eine Alu-Pergola mit festem Dach (VSG-Glas, Polycarbonat oder Trapezblech) ist funktional eine Terrassenüberdachung. Preise liegen bei 2.500–8.000 € je nach Dachmaterial und Größe (Stand: März 2026).
Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen, freistehend
Breite
4,06 m
Tiefe
3,06 m
Windwiderstand
80 km/h
Schneelast
110 kg/m²
ab 3.003 €
Unverbindlicher Preis, Stand: März 2026
Dachtypen auf Aluminium
| Dachtyp | Preis (3 × 4 m, komplett) | Regenschutz | Licht | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Polycarbonat (Stegplatten) | 2.500–4.500 € | Ja | Milchig-hell | Leicht, günstig, Hagelrisiko |
| Polycarbonat (Massivplatten) | 3.000–5.500 € | Ja | Klar | Besser als Stegplatten, aber teurer |
| VSG-Glas (8 mm) | 4.500–8.000 € | Ja | Voll transparent | Langlebig, schwer, Unterglasmarkise empfohlen |
| Drehbare Lamellen | 5.000–15.000 € | Ja (geschlossen) | Regulierbar | Flexibelste Lösung, Premiumpreis |
Komplettpreise inkl. Alu-Unterkonstruktion und Montage, Stand: März 2026. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.
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Unverbindliche Preise, Stand: März 2026
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Polycarbonat vs. Glas: die häufigste Entscheidung
Polycarbonat ist leichter, billiger und hagelresistenter als Glas. Dafür vergilbt es nach 10–15 Jahren, verkratzt leichter und heizt sich stärker auf (Treibhauseffekt bei klaren Platten). VSG-Glas hält 25+ Jahre, ist kratzfest und lässt sich mit Sonnenschutzfolie oder einer Unterglasmarkise kombinieren. Die Reinigung ist einfacher. Wer langfristig plant und das Budget hat: Glas. Wer schnell und günstig überdachen will: Polycarbonat.
Unterschied zum Lamellendach
Ein festes Dach (Glas oder Polycarbonat) ist permanent geschlossen. Du brauchst zusätzlich ein Beschattungssystem (Markise, Jalousie), wenn die Sonne zu stark wird. Ein Lamellendach reguliert Licht und Schatten stufenlos – kein Zubehör nötig. Dafür ist es doppelt so teuer. Die Entscheidung: wer nur Wetterschutz will, nimmt ein festes Dach. Wer flexible Lichtkontrolle will, nimmt Lamellen.
Verglasung: VSG, Polycarbonat oder Stegplatten?
VSG (Verbundsicherheitsglas): Zwei Glasscheiben mit Folie dazwischen. Bricht kontrolliert, keine scharfen Splitter. Gewicht: 25 kg/m². Kosten: 120–250 €/m² inkl. Montage. Beste Optik, höchste Haltbarkeit, schwerste Option.
Polycarbonat-Stegplatten (16 mm): Leicht (3,5 kg/m²), bruchfest, gute Wärmedämmung. Kosten: 30–60 €/m². Nachteil: vergilbt nach 8–12 Jahren, Hagelschäden möglich.
Polycarbonat-Massivplatten: Optisch nah am Glas, leichter (7 kg/m²), aber teurer als Stegplatten (60–100 €/m²). UV-beschichtet halten sie 15+ Jahre ohne Vergilben.
Für Alu-Pergolen empfehlen Fachhändler VSG bei Premiumsystemen und Polycarbonat-Massivplatten bei mittlerem Budget. Stegplatten sind eine Budgetlösung, sehen aber weniger wertig aus.
Wärmeentwicklung unter dem festen Dach
Ein festes Dach schützt vor Regen, heizt sich aber auf. An einem Sommertag kann es unter einer Glasüberdachung 10–15 °C wärmer werden als im Freien. Gegenmaßnahmen:
Sonnenschutzglas mit reflektierender Beschichtung reduziert die Aufheizung um ca. 40 %, kostet aber doppelt so viel wie normales VSG. Unterglas-Markise (Textilbahn unter dem Glas) ist günstiger und nachrüstbar. Einige Alu-Systeme (z. B. Warema Lamaxa) bieten integrierte Textilscreens.
Polycarbonat-Stegplatten dämmen besser als Glas, die Luftkammern wirken isolierend. Im Winter ein Vorteil (weniger Wärmeverlust), im Sommer aber auch weniger Belüftung von oben.
Unterkonstruktion und Entwässerung: worauf es bei Alu mit Dach ankommt
Alu-Pergolen mit festem Dach verwenden Profile aus EN AW-6060 oder EN AW-6063 – dieselben Legierungen wie bei Lamellendächern. Die Pulverbeschichtung liegt bei Qualitätsprodukten bei 60 bis 80 µm Schichtdicke (GSB- oder Qualicoat-Standard). Bei Pergolen mit festem Dach ist das weniger kritisch als bei Lamellensystemen, weil weniger bewegliche Teile die Beschichtung abreiben.
Die Entwässerung funktioniert bei Alu-Pergolen mit Festdach über eine integrierte Regenrinne im vorderen Querträger. Von dort fließt das Wasser durch die hohlen Pfosten nach unten, ein Fallrohr wird am Fußpunkt angeschlossen. Bei Renson und Weinor ist das System werksseitig integriert, bei Pergolux und Palram wird die Rinne separat montiert.
Die Glasauflage auf Alu-Profilen erfordert EPDM-Dichtprofile als Unterlage und Klemmleisten aus Aluminium als Halterung. Renson bietet für die Camargue auch eine Glasdach-Variante an (statt Lamellen), Weinor integriert die Verglasung in das System Terrazza. Windlast nach EN 1932: Festdächer erreichen typisch Windklasse 5 bis 6 (0,27 bis 0,40 kN/m²), weil das Dach keine Angriffsfläche durch offene Lamellen bietet. Die Pfosten haben bei Markensystemen eine Wandstärke von 2,0 bis 2,5 mm (bei 120 × 120 mm bis 140 × 140 mm Querschnitt). Somfy-Motoren über io-homecontrol sind bei Festdach-Pergolen selten relevant, sie steuern dort höchstens nachrüstbare Zip-Screens oder Unterglasmarkisen, nicht das Dach selbst.
Stärken und Schwächen
Stärken
- + Dauerhafter Wetterschutz, kein Einfahren bei Regen nötig
- + Modularer Aufbau: Seitenteile und Screens nachrüstbar
- + Weniger Wartung als Lamellensysteme (keine beweglichen Teile am Dach)
- + Lichtdurchlässig bei Glas oder Polycarbonat, kein dunkles Gefühl
Einschränkungen
- – Keine Belüftung von oben (Hitzeentwicklung im Sommer)
- – Schwerer als Lamellendach. Fundament muss entsprechend dimensioniert sein
- – Polycarbonat vergilbt nach Jahren, Glas braucht Reinigung
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Häufige Fragen
Brauche ich für eine Alu-Pergola mit Dach eine Baugenehmigung?
Ja, in den meisten Fällen. Sobald ein festes Dach (Glas, Polycarbonat oder geschlossene Lamellen) drauf ist, gilt die Konstruktion als Terrassenüberdachung im Sinne der Landesbauordnung. In vielen Bundesländern bis 30 m² genehmigungsfrei, prüfe die Regeln für dein Land.
Heizt sich eine Alu-Pergola mit Glasdach stark auf?
Ohne Beschattung ja, unter klarem Glas kann es im Sommer 10–15 °C wärmer werden als im Schatten. Abhilfe: Sonnenschutzglas (tönungsfrei, reduziert Wärmeeintrag um 40–60 %) oder eine Unterglasmarkise (ab 800 €). Stegplatten in opal-weiß halten die Hitze besser ab als klares Material.