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Pergola aus Aluminium oder Stahl? Der Materialvergleich

Metall-Pergolen gibt es in zwei Varianten: Aluminium und Stahl. Aluminium dominiert den Markt bei Bausätzen. Stahl findet sich bei Schmiedearbeiten und Sonderanfertigungen. Beide halten Jahrzehnte, unterscheiden sich aber in Gewicht, Pflege und Preis deutlich.

Aluminium wiegt ein Drittel von Stahl und rostet nicht. Stahl trägt höhere Lasten bei schlankeren Profilen. Alu-Pergolen kosten 1.800–8.000 €, Stahl-Pergolen 1.200–6.000 € (Stand: März 2026). Für Standardgrößen bis 5 m Spannweite ist Aluminium die bessere Wahl.

Aktualisiert: März 2026
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Vergleichstabelle

Kriterium Aluminium Stahl
Preis (3 × 4 m) 2.200–5.500 € (Stand: März 2026) 1.800–4.500 € (Stand: März 2026)
Gewicht Leicht – ca. 50–80 kg Gesamtkonstruktion Schwer – ca. 120–200 kg
Korrosionsschutz Rostfrei (Aluminium oxidiert nicht) Verzinkung + Pulverbeschichtung nötig, sonst Rost
Pflegeaufwand Minimal – gelegentlich abwischen Beschichtung alle 5–10 Jahre kontrollieren, Roststellen nachbessern
Profilstärke Schlank (60–120 mm), wirkt filigran Dicker nötig für gleiche Stabilität, wirkt massiver
Spannweite ohne Mittelpfosten Bis 6 m (bei Systemprofilen) Bis 8 m und mehr (höhere Biegesteifigkeit)
Selbstbau Bausätze verfügbar, Schraubverbindungen Schweißen nötig oder Einzelanfertigung vom Schlosser
Farbauswahl Alle RAL-Farben (Pulverbeschichtung ab Werk) Alle RAL-Farben (Pulverbeschichtung)
Verfügbarkeit als Bausatz Sehr gut – dutzende Anbieter (Pergolux, Palram, etc.) Selten – meist Sonderanfertigung
Nachhaltigkeit Energieintensive Herstellung, 100 % recyclebar Geringerer CO₂-Fußabdruck in der Herstellung, ebenfalls recyclebar
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Alu für Bausätze, Stahl für Sonderanfertigungen

Für 90 % der Pergola-Käufer ist Aluminium die richtige Wahl. Du bekommst fertige Bausätze, brauchst keinen Schweißer und hast null Rostrisiko. Stahl lohnt sich, wenn du eine besonders große Spannweite brauchst (über 6 m ohne Mittelpfosten), einen individuellen Look vom Schlosser willst oder bereits eine Stahlkonstruktion hast, die du erweitern möchtest. Bedenke: eine Stahl-Pergola wiegt gut das Doppelte – Transport und Montage sind aufwändiger, und das Fundament muss entsprechend dimensioniert sein.

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Spannweiten und Statik

Stahl hat bei gleichem Querschnitt einen deutlich höheren Elastizitätsmodul (E-Modul ca. 210.000 N/mm² gegenüber 70.000 N/mm² bei Aluminium) und damit die dreifache Biegesteifigkeit. In der Praxis heißt das: ein Stahlträger mit 60 × 60 mm Vierkantrohr schafft die gleiche Spannweite wie ein Alu-Profil mit 100 × 100 mm. Deshalb sehen Stahlpergolen oft filigraner aus als Alu-Konstruktionen gleicher Tragfähigkeit.

Bei Spannweiten über 6 m ohne Mittelpfosten ist Stahl die sichere Wahl. Alu-Systemprofile stoßen hier an ihre Grenzen. Die Profile werden zu groß und der Materialpreis steigt überproportional. Metallbauer fertigen Stahlpergolen mit 8–10 m Spannweite ohne Probleme an. Auch bei hohen Schneelasten (Zone 2–3, also Mittelgebirge und Alpenvorland) hat Stahl Vorteile: geringerer Materialaufwand für die gleiche Tragfähigkeit.

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Kosten im Vergleich

Das Rohmaterial Stahl ist günstiger als Aluminium. Ein Vierkantrohr 60 × 60 × 3 mm aus Stahl kostet im Stahlhandel ca. 8–12 €/lfm. Ein vergleichbares Alu-Profil liegt bei 15–25 €/lfm. Allerdings verschieben sich die Kosten durch die Verarbeitung: Stahl muss geschweißt, entgratet, grundiert und pulverbeschichtet werden.

Das macht der Schlosser für 800–1.500 € Arbeitslohn (3 × 4 m Pergola). Ein Alu-Bausatz kommt fertig pulverbeschichtet, mit allen Schrauben und Verbindern, zur Selbstmontage. In Summe: Alu-Bausatz 2.200–5.500 €, Stahl vom Schlosser 1.800–4.500 € (jeweils 3 × 4 m, Stand: März 2026).

Stahl kann also günstiger sein – wenn du einen Schlosser in der Nähe hast. Ohne lokalen Metallbauer wird der Transport zum Kostenfaktor: 200 kg Stahl per Spedition kosten 150–300 €.

Optik: modern vs. industrial

Aluminium-Pergolen wirken glatt, gleichmäßig, clean. Die Oberflächen sind makellos, die Ecken scharfkantig, die Farbe einheitlich. Wer einen modernen Architekturstil am Haus hat (Flachdach, große Fensterflächen, Putzfassade), findet in Alu den passenden Begleiter. Stahl erzählt eine andere Geschichte. Geschweißte Nähte, leichte Unebenheiten in der Oberfläche, breitere Verbindungen. Das wirkt handgemacht.

In Kombination mit Corten-Stahl (rostende Oberfläche als Designelement) oder Schmiedearbeit entstehen Pergolen mit industriellem Charakter, die zu Altbauten, Backsteinwänden oder Loft-Architektur passen. Corten-Stahl (Handelsname für wetterfesten Baustahl nach EN 10025-5, z. B. S355J2WP) als bewusst rostender Sichtschutz oder Pergola-Material liegt im Trend, kostet als fertige Konstruktion aber 30–50 % mehr als normale Stahlpergolen, weil der Stahl speziell mit Kupfer und Chrom legiert ist. Die Patina-Schicht bildet sich in 6–18 Monaten vollständig aus und schützt dann vor weiterem Korrosionsfortschritt.

Korrosionsschutz bei Stahl-Pergolen

Stahl rostet, wenn die Schutzschicht beschädigt wird. 3 Verfahren schützen dauerhaft. Feuerverzinkung (Schmelztauchverzinkung nach DIN EN ISO 1461) schützt 25 bis 40 Jahre. Die Zinkschicht beträgt 50 bis 85 µm und bildet bei Kratzern eine selbstheilende Schutzschicht. Pulverbeschichtung auf Feuerverzinkung (Duplex-System) kombiniert beide Verfahren und hält 40 bis 60 Jahre. Cor-Ten-Stahl (wetterfester Baustahl) bildet eine stabile Rostschicht, die das Material vor tieferem Rosten schützt. Die rostbraune Oberfläche ist gewollt und optisch markant.

Preise: Stand März 2026, inkl. MwSt. UVP laut Hersteller, tagesaktuelle Preise im jeweiligen Shop.

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Häufige Fragen

Rostet eine pulverbeschichtete Stahl-Pergola?

Nicht sofort, aber langfristig schon. Pulverbeschichtung schützt 10–20 Jahre. Sobald die Beschichtung an einer Stelle beschädigt wird – durch Kratzer, Steinschlag oder UV-Alterung –, kann Feuchtigkeit ans Metall gelangen. Dann bildet sich Flugrost, der sich ausbreitet. Kontrolle alle 2–3 Jahre und sofortiges Ausbessern von Schadstellen verlängern die Lebensdauer erheblich.

Kann ich eine Stahl-Pergola selbst bauen?

Nur mit Schweißkenntnissen und Ausrüstung. Fertige Stahl-Bausätze zum Verschrauben gibt es kaum. Die meisten Stahl-Pergolen entstehen als Einzelanfertigung beim Metallbauer. Rechne mit 800–1.500 € Arbeitskosten plus Material. Wenn du schweißen kannst: Vierkantrohr (60 × 60 × 3 mm) aus dem Stahlhandel ist das gängige Ausgangsmaterial.

Was hält mehr Schnee aus – Alu oder Stahl?

Bei gleicher Profilstärke gewinnt Stahl, weil das Material eine höhere Zugfestigkeit hat. Aber Alu-Systempergolen sind so dimensioniert, dass sie die Schneelastzonen in Deutschland (bis 200 kg/m² in Zone 3) erfüllen. Prüfe beim Kauf, ob der Hersteller die Schneelastzone deines Standorts bestätigt. Das gilt für beide Materialien.

Lässt sich eine Alu-Pergola mit Stahlteilen kombinieren?

Grundsätzlich ja, aber mit einer Einschränkung: Aluminium und Stahl dürfen nicht direkt aufeinanderliegen, weil sie eine Kontaktkorrosion auslösen (galvanisches Element). Zwischen beide Metalle gehört eine Kunststoff- oder Gummizwischenlage. Edelstahl-Schrauben verwenden, keine verzinkten.

Wie finde ich einen Metallbauer für eine Stahl-Pergola?

Über die Handwerkskammer oder Portale wie MyHammer und MeinSchlosser.de. Lass dir mindestens zwei Angebote machen und frage nach Referenzprojekten. Ein guter Schlosser zeigt dir Fotos früherer Arbeiten und berät zur Oberflächenbehandlung (Feuerverzinkung + Pulverbeschichtung ist der Goldstandard).

Wie schwer ist eine Stahl-Pergola im Vergleich zu Aluminium?

Etwa 2,5 bis 3 mal so schwer. Eine Stahl-Pergola in 3 × 4 m wiegt 120 bis 250 kg, eine vergleichbare Alu-Pergola 50 bis 80 kg. Das höhere Gewicht von Stahl braucht stärkere Fundamente, macht aber die Konstruktion windstabiler.