Solar-Lamellendach: Strom erzeugen auf der Terrasse
Ein Solar-Lamellendach kombiniert drehbare Aluminium-Lamellen mit Photovoltaik-Modulen auf der Oberseite. Die Lamellen beschatten die Terrasse und erzeugen gleichzeitig Strom. Je nach Fläche und Ausrichtung produziert so ein System 1.500 bis 4.000 kWh pro Jahr. Was das in Euro bedeutet, welche Hersteller Solar-Lamellendächer anbieten und ab wann sich die Investition rechnet, steht in diesem Ratgeber.
Ein Solar-Lamellendach erzeugt mit Photovoltaik-Modulen auf den Lamellen 1.500–4.000 kWh Strom pro Jahr. Die Mehrkosten gegenüber einem normalen Lamellendach betragen 4.000–6.000 € und amortisieren sich in 7–10 Jahren (Strompreis 0,37 €/kWh, BDEW, Stand: Januar 2026). Über 25 Jahre Modullebensdauer ergibt sich ein Nettogewinn von 8.000–10.000 €.
Leistung
1,5–4,2 kWp
Jahresertrag
1.350–3.780 kWh
Solar-Aufpreis
4.000–6.000 €
Amortisation
7–10 Jahre
Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen, freistehend
Breite
4,06 m
Tiefe
3,06 m
Windwiderstand
80 km/h
Schneelast
110 kg/m²
ab 3.003 €
Unverbindlicher Preis, Stand: März 2026
Wie funktioniert ein Solar-Lamellendach?
Die Solarzellen sitzen auf der Oberseite der Aluminium-Lamellen. Je nach Bauart sind es monokristalline Module (höchster Wirkungsgrad, 20–22 %) oder Dünnschichtmodule (flexibler, 12–16 % Wirkungsgrad). Manche Hersteller laminieren die Zellen direkt auf die Lamellenoberfläche, andere setzen gerahmte Mini-Module auf.
Die Lamellen bleiben drehbar. In geschlossener Position erzeugen die Solarzellen maximalen Strom. Geöffnet lassen sie Licht durch und produzieren weniger, weil die Zellen nicht mehr optimal zur Sonne stehen. Ein Elektromotor dreht die Lamellen per Fernbedienung, App oder automatisch über Sensoren.
Der erzeugte Gleichstrom fließt über Kabel in den Pfosten zu einem Wechselrichter (Micro-Inverter oder String-Wechselrichter), der ihn in 230-V-Wechselstrom wandelt. Von dort speist das System ins Hausnetz ein. Überschuss geht ins öffentliche Netz oder in einen Batteriespeicher.
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Leistung und Ertrag
| Dachfläche | Installierte Leistung (kWp) | Jahresertrag (kWh) | Ersparnis/Jahr bei 0,37 €/kWh |
|---|---|---|---|
| 3 × 4 m (12 m²) | 1,5–2,0 kWp | 1.350–1.800 kWh | 500–665 € |
| 4 × 4 m (16 m²) | 2,0–2,8 kWp | 1.800–2.520 kWh | 665–930 € |
| 4 × 5 m (20 m²) | 2,5–3,5 kWp | 2.250–3.150 kWh | 830–1.165 € |
| 4 × 6 m (24 m²) | 3,0–4,2 kWp | 2.700–3.780 kWh | 1.000–1.400 € |
Annahmen: Südausrichtung, 30° Neigung (optimal), 900 kWh/kWp Jahresertrag (Durchschnitt Deutschland), Strompreis 0,37 €/kWh (BDEW, Stand: Januar 2026). Bei Ost-/West-Ausrichtung ca. 15–20 % weniger Ertrag. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.
Beispielrechnung: wann sich ein Solar-Lamellendach amortisiert
Ausgangslage: Lamellendach 4 × 5 m (20 m²), Südausrichtung, 3 kWp Solarleistung.
Investition: - Lamellendach mit Montage: 9.500 € (Mittelklasse, z. B. Warema Lamaxa oder vergleichbar) - Solar-Module + Wechselrichter + Installation: 4.500 € Aufpreis - Gesamt: 14.000 €
Zum Vergleich: Ein gleichgroßes Lamellendach ohne Solar kostet 9.500 €. Die Solar-Komponente schlägt also mit 4.500 € Mehrkosten zu Buche.
Jährlicher Ertrag: - 3 kWp × 900 kWh/kWp = 2.700 kWh/Jahr - Eigenverbrauchsquote: 40 % (Haushalt verbraucht tagsüber Strom für Kühlschrank, Waschmaschine, Homeoffice) - Eigenverbrauch: 1.080 kWh × 0,37 €/kWh = 400 € erspart - Einspeisung: 1.620 kWh × 0,08 €/kWh (Einspeisevergütung 2026) = 130 € - Gesamtertrag Jahr 1: 530 €
Amortisation der Solar-Mehrkosten: 4.500 € ÷ 530 € = 8,5 Jahre. Ab dem 9. Jahr verdient das Dach Geld. Über 25 Jahre (typische Modullebensdauer) erwirtschaftet die Solaranlage rund 13.250 € – abzüglich der 4.500 € Investition bleiben 8.750 € Nettogewinn.
Steigt der Strompreis weiter (er lag 2020 noch bei 0,32 €/kWh), verkürzt sich die Amortisation. Bei 0,42 €/kWh wären es nur noch 7 Jahre.
Kein Wettbewerber bietet diese Rechnung. Die meisten Solar-Lamellendach-Seiten bleiben bei vagen Aussagen wie »spart Strom«. Hier siehst du schwarz auf weiß, ob es sich für deine Fläche lohnt.
Hersteller mit Solar-Option
Solarlux SDL Alerio: Der Hersteller aus Melle (Deutschland) bietet optional PV-Module an, die sich in das Glasdach-System integrieren lassen. Kein klassisches Lamellendach mit drehbaren Lamellen, sondern ein festes Terrassendach mit Glaseindeckung und aufgesetzten Solarmodulen.
Warema Lamaxa L50 View: Waremas Glasdach-Variante des Lamaxa-Systems. Eine PV-Integration ist technisch möglich, wird aber nicht als Standard angeboten. Der Weg führt über einen Solarteur, der Module auf die Glaspaneele montiert.
Solarmatic: Spezialist für Solar-Terrassendächer. Bietet Systeme mit integrierten Solarmodulen auf festen Aluminium-Dächern an. Keine drehbaren Lamellen, aber feste Lamellen-Optik mit Photovoltaik. Sitz in Deutschland.
Nachrüstung auf bestehendes Lamellendach: Theoretisch möglich, praktisch selten. Die Module müssen leicht genug sein (unter 10 kg/m²), damit die Statik der Lamellen und Motoren nicht überlastet wird. Flexible Dünnschichtmodule wiegen nur 2–3 kg/m² und kommen dafür in Frage. Ein Solarteur muss prüfen, ob die Verkabelung durch die drehbaren Scharniere geführt werden kann, ohne Kabelbruch zu riskieren.
Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen
Breite
4,06 m
Tiefe
3,06 m
Windwiderstand
80 km/h
Schneelast
110 kg/m²
ab 3.003 €
Unverbindlicher Preis, Stand: März 2026
Bioklimatisch und solar: passt das zusammen?
Bioklimatische Lamellendächer regulieren Licht und Luft über Sensoren. Solar-Lamellendächer erzeugen Strom. Die Kombination birgt ein Zielkonflikt: Maximaler Solarertrag erfordert geschlossene Lamellen in Südrichtung. Maximale Belüftung erfordert geöffnete Lamellen.
In der Praxis lösen smarte Steuerungen dieses Problem. Tagsüber, wenn niemand auf der Terrasse sitzt, bleiben die Lamellen geschlossen und produzieren Strom. Sobald du die Terrasse nutzt, öffnen sich die Lamellen für Licht und Luft. Abends und nachts bleiben sie geschlossen (Regenschutz). Über eine App lässt sich einstellen, ob Solarertrag oder Beschattung Vorrang hat.
Die Sensoren eines bioklimatischen Systems (Wind, Regen, Sonne) ergänzen die Solarsteuerung sinnvoll: bei bewölktem Himmel öffnet das System die Lamellen für Tageslicht, weil der Solarertrag ohnehin gering ist. Bei Sonnenschein schließen sie sich für die Stromerzeugung.
Genehmigung und Förderung
Ein Solar-Lamellendach unterliegt den gleichen baurechtlichen Regeln wie ein normales Lamellendach. Die PV-Module ändern daran nichts, solange sie keine zusätzliche Höhe aufbauen. In den meisten Bundesländern ist das Lamellendach selbst genehmigungspflichtig. Die konkreten Regelungen findest du in unserer Baugenehmigung-Übersicht.
Förderung: PV-Anlagen auf Terrassenüberdachungen fallen unter die gleiche Einspeisevergütung wie Dach-PV. Für Anlagen bis 10 kWp beträgt die Vergütung aktuell 8,03 ct/kWh (Stand: März 2026). Einige Bundesländer und Kommunen fördern PV-Anlagen zusätzlich mit Zuschüssen von 100–500 € pro kWp. Die KfW-Förderung 270 (Erneuerbare Energien Standard) bietet zinsgünstige Kredite ab 4,05 % eff. Jahreszins.
Seit 2023 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp eine Umsatzsteuerbefreiung beim Kauf. Der Wechselrichter und die Module sind also netto gleich brutto. Das spart bei der Solar-Komponente rund 700–850 € gegenüber den Bruttopreisen.
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Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt ein Solar-Lamellendach?
Ein 4 × 5 m großes Solar-Lamellendach mit 3 kWp leistet in Deutschland rund 2.700 kWh pro Jahr (Südausrichtung). Das deckt etwa 25–30 % des Jahresstrombedarfs eines 3-Personen-Haushalts.
Kann ich ein bestehendes Lamellendach mit Solar nachrüsten?
Technisch möglich, aber anspruchsvoll. Flexible Dünnschichtmodule (2–3 kg/m²) kommen am ehesten in Frage, weil sie die Statik und Motorik nicht überlasten. Die Verkabelung durch die drehbaren Scharniere ist die größte Herausforderung. Ein Solarteur muss das vor Ort prüfen.
Lohnt sich ein Solar-Lamellendach finanziell?
Die Solar-Mehrkosten (ca. 4.000–6.000 €) amortisieren sich in 7–10 Jahren, abhängig von Eigenverbrauchsquote und Strompreis. Bei einem Strompreis von 0,37 €/kWh (BDEW, Stand: Januar 2026) und 40 % Eigenverbrauch dauert es etwa 8,5 Jahre. Über 25 Jahre Modullebensdauer ergibt sich ein Nettogewinn von rund 8.000–10.000 €.
Brauche ich eine extra Genehmigung für die Solarmodule?
Für die PV-Module selbst nicht. Die Anlage muss beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Das Lamellendach als Bauwerk unterliegt den üblichen landesbaurechtlichen Regeln.
Funktioniert Solar bei einem Lamellendach mit drehbaren Lamellen?
Ja, mit Einschränkung. Bei geschlossenen Lamellen erzeugen die Module maximalen Strom. Bei geöffneten Lamellen sinkt der Ertrag, weil die Zellen nicht mehr zur Sonne ausgerichtet sind. Smarte Steuerungen optimieren automatisch zwischen Beschattung und Solarertrag.