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Lamellendach nachrüsten: vom Bestand zum Outdoor-Zimmer

Du hast eine Terrasse, vielleicht sogar ein bestehendes Terrassendach aus Holz oder Polycarbonat, und willst auf ein Lamellendach umrüsten? Das geht, braucht aber Planung. Stromanschluss, Statik, eventuell eine Baugenehmigung. Dieser Ratgeber erklärt den konkreten Nachrüstungs-Prozess: was du vorher prüfen musst, welches Werkzeug du brauchst und was es kostet.

Ein Lamellendach nachrüsten kostet als Bausatz (Selbstmontage) 3.900–6.500 € und vom Fachhändler 8.950–17.100 € (jeweils 3 × 4 m, Stand: März 2026). Voraussetzungen: frostsichere Fundamente (mind. 80 cm tief), 230-V-Stromanschluss (Elektriker), in den meisten Bundesländern eine Baugenehmigung. Die Bauzeit beträgt 3–5 Tage, die Aushärtezeit der Fundamente zusätzlich 3–5 Tage.

7 Min. Lesezeit Aktualisiert: März 2026

Bauzeit

3–5 Tage

Bausatz (3 × 4 m)

3.900–6.500 €

Fachhandel (3 × 4 m)

8.950–17.100 €

Stromanschluss

230 V (Elektriker)

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Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen, freistehend

Breite

4,06 m

Tiefe

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Windwiderstand

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Schneelast

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ab 3.003 €

Unverbindlicher Preis, Stand: März 2026

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3 Nachrüst-Szenarien

Szenario 1: Terrasse ohne Überdachung. Der einfachste Fall. Du baust ein Lamellendach auf freiem Grund. Nötig: Fundamente (4 Punktfundamente oder Wandanker + 2 Fundamente), Stromanschluss, eventuell Baugenehmigung.

Szenario 2: Bestehendes Terrassendach (Holz/Polycarbonat) ersetzen. Das alte Dach wird abgebaut. Die Frage: können die vorhandenen Pfosten und Fundamente weiterverwendet werden? Meistens nein, weil Lamellendächer Aluminium-Pfosten mit 120–150 mm Querschnitt und integrierter Wasserableitung brauchen. Holzpfosten passen nicht. Das alte Fundament kann reichen, wenn es frostsicher (mind. 80 cm tief) und tragfähig genug ist. Das prüft ein Statiker in 1–2 Stunden (150–300 €).

Szenario 3: Auf bestehendes Dach aufrüsten. Manche Besitzer wollen die vorhandene Holz- oder Alu-Pergola behalten und nur das Dach tauschen. Das funktioniert in der Regel nicht, weil Lamellendach-Systeme Konstruktion und Dach als Einheit begreifen. Die Motorik, die Entwässerung durch die Pfosten und die Lamellenführung sind in die Tragstruktur integriert. Ausnahme: wenige Hersteller bieten Aufdach-Systeme an, die auf eine vorhandene Unterkonstruktion montiert werden. Frag direkt beim Hersteller nach.

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Preise inkl. MwSt. zzgl. Versand. Stand: 2026-05-02 (Awin-Datafeed). Affiliate-Links – wenn du kaufst, erhalten wir eine Provision.

Voraussetzungen prüfen

VoraussetzungDetailsKosten/Aufwand
Stromanschluss (230 V) Kabel vom Sicherungskasten zur Terrasse für Motor, Steuerung, LED. Muss ein Elektriker machen (NYM-J 3×1,5 mm², Leerrohr im Erdreich oder an der Wand) 200–500 €
Fundament 4 Punktfundamente (freistehend) oder 2 + Wandanker. Frostsicher: mind. 80 cm tief, 30 × 30 cm. Beton C25/30, Edelstahl-Pfostenträger 250–600 € (Material + Arbeit)
Statik-Prüfung Nötig bei: bestehendem Fundament, Dachterrasse, exponierter Lage, weichem Boden 150–400 €
Baugenehmigung In den meisten Bundesländern nötig. Prüfe die LBO deines Bundeslandes. Geschlossene Lamellen = keine offene Pergola = meist genehmigungspflichtig 50–200 € Gebühr, 2–8 Wochen Bearbeitungszeit
Bestandsschutz (bei Ersatz) Wenn du ein genehmigtes Terrassendach durch ein Lamellendach ersetzt: der Bestandsschutz für das alte Dach entfällt. Du brauchst eine neue Genehmigung Wie oben
Entwässerung Regenwasser fließt durch die Pfosten nach unten. Am Pfostenfuß: Anschluss an Sickergrube, Drainage oder Kanalisation 100–300 €

Stand: März 2026. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.

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Breite

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Schritt für Schritt: so läuft die Nachrüstung ab

Schritt 1 – Aufmaß und Planung (1 Tag). Miss die verfügbare Fläche. Prüfe, ob die Hauswand als Befestigungspunkt dient (Wandmontage) oder ob das Dach freistehend sein soll. Notiere die Leitungslänge vom Sicherungskasten zur Terrasse. Fotografiere die Situation und schicke die Bilder an 2–3 Fachhändler für ein Angebot.

Schritt 2 – Genehmigung einholen (2–8 Wochen). Falls nötig: Bauantrag beim zuständigen Bauamt. Benötigt werden Lageplan, Grundriss mit Maßen, Ansichtszeichnung und Statik-Nachweis (liefert der Hersteller für Standardfälle mit). Manche Händler übernehmen den Genehmigungsprozess als Service.

Schritt 3 – Altes Dach demontieren (0,5–1 Tag). Falls vorhanden: Polycarbonat-Platten abnehmen, Sparren lösen, Pfosten entfernen. Entsorgung: Holz zum Wertstoffhof (kostenlos bis 30 €), Polycarbonat in den Hausmüll oder Gelben Sack (Kunststoff). Asbest-Wellplatten bei Altbauten: Sondermüll, Fachfirma nötig (300–600 €).

Schritt 4 – Fundamente setzen (1 Tag + 3–5 Tage Aushärtezeit). 4 Löcher graben (80 cm tief, 30 × 30 cm), Beton einfüllen, Pfostenträger einsetzen und ausrichten. Beton muss 3–5 Tage aushärten, bevor er belastet wird. Bei Wandmontage: 2 Fundamente + Wandanker mit Schwerlastdübeln (Fischer FBS II 10 × 80 oder vergleichbar) in tragendes Mauerwerk.

Schritt 5 – Stromanschluss legen (0,5 Tag). Elektriker verlegt das Kabel im Leerrohr. Bei Erdverlegung: 60 cm Tiefe, Sand als Bettung. Ein eigener 16-A-Sicherungsautomat im Sicherungskasten ist Pflicht. FI-Schutzschalter (30 mA) für Außenanlagen vorschreiben.

Schritt 6 – Lamellendach montieren (0,5–1,5 Tage). Pfosten auf Pfostenträger setzen, Träger montieren, Lamellen einhängen, Motor und Steuerung anschließen. Bei Bausätzen (Pergolux, Empasa): zu zweit machbar, 4–8 Stunden. Bei Fachhandels-Produkten (Renson, Warema, Weinor): Montage durch den Händler, 1–2 Arbeitstage für 2 Monteure.

Schritt 7 – Inbetriebnahme und Test. Lamellen öffnen/schließen, Regensensor testen (Gartenschlauch), Windmesser prüfen, Entwässerung kontrollieren. App oder Fernbedienung koppeln.

Selbstmontage: was du brauchst

Bausätze von Pergolux, Empasa oder Rexin sind für die Selbstmontage konzipiert. Nötiges Werkzeug:

- Akkuschrauber (18 V, mit Drehmoment-Einstellung) - Wasserwaage (120 cm, Libelle muss intakt sein) - Gummihammer (zum Einpassen der Profile) - Inbusschlüssel-Set (M4 bis M8, die meisten Hersteller liefern passende mit) - Drehmomentschlüssel (für die Pfostenverankerung, 20–40 Nm) - Bohrmaschine mit Steinbohrer (bei Wandmontage: 12–16 mm) - Leiter oder Gerüst (Arbeitshöhe 2,5–3 m) - 2. Person (die Träger wiegen 15–30 kg pro Stück, allein nicht handhabbar)

Der Elektroanschluss ist kein Selbstmontage-Job. Motor und Steuerung laufen zwar mit 24 V (Schutzkleinspannung), aber der vorgeschaltete Transformator hängt am 230-V-Netz. Dafür muss ein Elektriker ran.

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Kosten: Nachrüstung komplett

PositionBausatz (Selbstmontage)Fachhandel (montiert)
Lamellendach 3 × 4 m 3.500–5.500 € 8.000–15.000 €
Altes Dach abbauen Eigenleistung (0 €) 300–600 €
Fundamente 150–300 € (Material) 400–800 €
Stromanschluss 200–500 € 200–500 €
Baugenehmigung 50–200 € 50–200 €
Summe 3.900–6.500 € 8.950–17.100 €

Preise für ein motorisiertes Lamellendach 3 × 4 m mit Fernbedienung, ohne Sensoren und Seitenelemente. Stand: März 2026. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.

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Sensoren und Steuerung nachrüsten

Bei vielen Herstellern lassen sich Sensoren nachträglich ergänzen. Wind-, Regen- und Sonnensensoren kosten als Nachrüst-Set 300–800 € plus 1–2 Stunden Einbauzeit. Die Steuerungseinheit muss kompatibel sein. Renson, Warema und Weinor bieten Nachrüst-Sensorpakete für ihre motorisierten Modelle an.

Eine Fernbedienung ist bei motorisierten Modellen immer im Lieferumfang. Wer zusätzlich App-Steuerung will, rüstet eine WLAN-Bridge nach (100–300 €). Die Nachrüstung ist unkompliziert und funktioniert bei den meisten Systemen plug-and-play.

Eine Nachrüstung vom manuellen (Kurbel-) Betrieb auf Motorbetrieb ist bei bereits montierten Lamellendächern meistens nicht möglich, weil Motor und Lamellenführung konstruktiv zusammenhängen. Deshalb: beim Kauf direkt die motorisierte Variante wählen, auch wenn du Sensoren erst später ergänzen willst.

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Häufige Fragen

Kann ich mein altes Terrassendach durch ein Lamellendach ersetzen?

Ja. Das alte Dach wird abgebaut, in der Regel auch die Pfosten. Ein Lamellendach braucht eigene Aluminium-Pfosten mit integrierter Entwässerung. Die vorhandenen Fundamente können unter Umständen weiterverwendet werden, wenn sie frostsicher (mind. 80 cm tief) und tragfähig genug sind. Ein Statiker prüft das in 1–2 Stunden.

Brauche ich beim Nachrüsten eine neue Baugenehmigung?

In der Regel ja. Der Bestandsschutz für das alte Dach entfällt, wenn du es durch ein anderes Bauwerk ersetzt. Ein Lamellendach mit schließbaren Lamellen gilt in den meisten Bundesländern nicht als offene Pergola und ist genehmigungspflichtig. Prüfe die LBO deines Bundeslandes.

Wie lange dauert die Nachrüstung?

Reine Bauzeit (ohne Genehmigung und Lieferzeit): 3–5 Tage. Davon 1 Tag Fundamente, 3–5 Tage Aushärtezeit, 0,5 Tag Elektrik, 0,5–1,5 Tage Montage. Die Genehmigung dauert 2–8 Wochen, die Lieferzeit des Lamellendachs 1–8 Wochen. Rechne insgesamt mit 6–12 Wochen vom Aufmaß bis zur Inbetriebnahme.

Kann ich auf meine Holzpergola ein Lamellendach setzen?

In der Regel nein. Lamellendach-Systeme sind als Einheit konstruiert: Lamellen, Motorik, Entwässerung und Pfosten bilden ein geschlossenes System. Die Holzpfosten passen nicht zu den Aluminium-Trägern. Ausnahme: einzelne Hersteller bieten Aufdach-Systeme an. Frag direkt beim Anbieter nach.

Was kostet eine Nachrüstung alles zusammen?

Als Bausatz mit Selbstmontage: 3.900–6.500 € für ein 3 × 4 m Lamellendach (inkl. Fundamente, Elektrik, Genehmigung). Vom Fachhändler montiert: 8.950–17.100 €. Jeweils ohne Seitenelemente und Sensoren. Stand: März 2026.