Freistehendes Lamellendach: Fundament, Standortwahl und Kosten
Ein freistehendes Lamellendach steht auf vier (oder mehr) Pfosten mitten im Garten, auf der Dachterrasse oder am Pool. Die pulverbeschichtete Aluminium-Konstruktion braucht keine Hauswand als Stütze, dafür ein solides Fundament und eine saubere Statik. Hier erfährst du, was bei Planung und Aufbau anders läuft als bei der wandmontierten Variante.
Ein freistehendes Lamellendach steht auf vier oder mehr Pfosten ohne Wandanschluss. Es eignet sich für Gärten, Pool-Bereiche und Gastronomie-Terrassen. Bausätze starten ab ca. 540 € (REXOcube, nur Pergola ohne Lamellen) bzw. ab 2.500 € mit motorisierten Lamellen. Fachhändler-Komplettlösungen mit Montage kosten ab ca. 23.900 € (4×3 m, Schneelast 125 kg/m², Somfy io, LED). Freistehende Modelle kosten 10–20 % mehr als wandmontierte, weil alle vier Pfosten Fundamente brauchen.
Pfosten
4 (Minimum)
Fundamenttiefe
mind. 80 cm
Mehrkosten vs. Wand
+300–800 €
Baugenehmigung
Fast immer nötig
Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen, freistehend
Breite
4,06 m
Tiefe
3,06 m
Windwiderstand
80 km/h
Schneelast
110 kg/m²
ab 3.003 €
Unverbindlicher Preis, Stand: März 2026
Freistehend vs. wandmontiert
| Kriterium | Freistehend | Wandmontiert |
|---|---|---|
| Lamellen (Drehbarkeit) | 90° bis 150° (je nach Modell) | 90° bis 150° (identisch) |
| Pfosten | 4 (oder mehr bei Kopplung) | 2 (Wandseite entfällt) |
| Fundament | 4 Punktfundamente oder Bodenplatte | 2 Punktfundamente + Wandanker |
| Standort | Frei wählbar im Garten | Direkt an der Hauswand |
| Windanfälligkeit | Höher (Wind greift von allen Seiten) | Geringer (Hauswand schirmt ab) |
| Mehrkosten | +300 bis 800 € (2 zusätzliche Pfosten + Fundamente) | Referenzpreis |
| Baugenehmigung | Fast immer nötig (zählt als Überdachung) | Ebenfalls meist nötig |
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Fundamenttypen
Jeder Pfosten braucht ein frostsicheres Fundament. In Deutschland bedeutet das mindestens 80 cm Tiefe (Frostgrenze). Drei gängige Varianten:
Punktfundament: Ein Loch (30 × 30 × 80 cm), mit Beton verfüllt, oben ein Pfostenträger aus Edelstahl. Kosten: 60 bis 120 € pro Pfosten (Material + Beton). Für die meisten freistehenden Lamellendächer bis 5 × 5 m ausreichend.
Streifenfundament: Verbindet zwei Pfosten mit einem durchgehenden Betonsockel. Aufwendiger, aber stabiler bei weichen Böden (Lehm, Moor). Kosten: 400 bis 800 € für zwei Streifen.
Bodenplatte: Erforderlich, wenn das Lamellendach auf einer bestehenden Terrasse steht, die keine Einzellasten aufnehmen kann. In dem Fall prüft ein Statiker, ob die vorhandene Platte reicht oder ob Kernbohrungen und neue Fundamente nötig sind.
Windlast und Statik
Wind ist die größte Belastung für ein freistehendes Lamellendach, weil er von allen Seiten angreifen kann. Die meisten Hersteller geben Windwiderstandswerte an:
- Renson Camargue: bis 160 km/h - Warema Lamaxa: bis 120 km/h (je nach Modell) - Weinor Artares: Windklasse 3 nach EN 1932 - Pergolux S3: keine Angabe auf der Website
Neben der Windlast spielt die Schneelast eine Rolle. Hersteller geben die Belastbarkeit in kg/m² an – üblich sind 80 bis 100 kg/m². In schneereichen Regionen (Alpenvorland, Mittelgebirge) prüfe, ob der Wert für deine Zone ausreicht. Die maximale Spannweite ohne Zwischenpfosten liegt je nach Hersteller bei 5 bis 7,5 m.
Bei exponierter Lage (Hügellage, Küste, offenes Feld) empfiehlt sich ein Windgutachten. Das kostet 150 bis 400 €, kann aber die Pfostenquerschnitte und damit die Gesamtkosten beeinflussen. In geschützten Gärten mit Hecken und Nachbarbebauung ist das in der Regel nicht nötig.
Wichtig: Die Windwerte der Hersteller gelten nur bei fachgerechter Montage und korrektem Fundament. Ein Lamellendach auf zu schwachen Fundamenten wird bei Sturm zum Sicherheitsrisiko.
Standortwahl: worauf du achten solltest
Bodenbeschaffenheit: Gewachsener Boden (nicht aufgeschüttet) trägt besser. Bei aufgeschütteten Bereichen (z. B. nach Hausbau) können die Fundamente nachsacken. Hier hilft ein tieferes Fundament oder ein Bodengutachten.
Entwässerung: Das Wasser läuft über die Lamellen in die Regenrinne und durch die Pfosten nach unten. Am Fuß jedes Pfostens muss das Wasser abfließen können, entweder ins Erdreich (Sickergrube) oder über einen Anschluss an die Regenwasser-Kanalisation. Pro Pfosten fallen bei Starkregen bis zu 150 Liter pro Stunde an.
Standort-Beispiele: Die Terrasse ist der Klassiker, aber ein freistehendes Lamellendach macht auch am Pool eine gute Figur, als Schattenspender für Liegen, mit direktem Blick aufs Wasser. Im Garten entsteht so eine überdachte Sitzecke, unabhängig vom Haus. Auf der Dachterrasse braucht es allerdings eine Statikprüfung der Deckentragfähigkeit.
Abstand zum Nachbarn: Auch freistehende Lamellendächer unterliegen den Abstandsflächenregeln der Landesbauordnung. Üblich: mindestens 3 m zum Nachbargrundstück, in manchen Bundesländern auch weniger. Die konkreten Werte findest du in unserer Baugenehmigung-Übersicht.
Stromversorgung: Für Motor und Beleuchtung brauchst du einen Stromanschluss. Je weiter das Lamellendach vom Haus entfernt steht, desto höher die Kosten für die Erdleitung (30 bis 50 € pro Meter Grabenlänge). Einzelne Hersteller bieten solarbetriebene Antriebe als Alternative. Die reichen für den Motor, aber nicht für LED-Beleuchtung und Heizstrahler.
Kosten: freistehend vs. wandmontiert
Der Aufpreis für die freistehende Variante setzt sich zusammen aus: zwei zusätzliche Pfosten (je nach Hersteller 100 bis 200 € pro Stück), zwei zusätzliche Fundamente (120 bis 240 € Material + Arbeit) und gegebenenfalls eine verstärkte Tragstruktur (bei großen Abmessungen). In Summe liegt der Mehrpreis bei 300 bis 800 € gegenüber der wandmontierten Ausführung.
Dazu kommen die Kosten für die Erdleitung zum Stromanschluss, falls das Lamellendach weiter als 5 m vom Haus entfernt steht: 150 bis 500 € zusätzlich.
Bausatz oder Fachhandel? Hersteller wie Pergolux, Rexin und Empasa bieten freistehende Lamellendächer als Komplett-Bausatz zum Selbstaufbau an. Preise starten ab ca. 2.500 € (3 × 3 m, manuell per Kurbel) bis 4.000 € (4 × 3 m, elektrisch). Die Selbstmontage spart 800 bis 1.500 € an Montagekosten. Wer Wert auf Schneelast und Somfy-Steuerung legt: das Glasbauzentrum verkauft ein freistehendes Lamellendach 4×3 m (kalkuliert für 125 kg/m² Schneelast, Somfy io-Fernbedienung, 2 LED-Leisten) für 23.900 € komplett montiert. Voraussetzung: handwerkliches Geschick, ein zweiter Helfer und fertige Fundamente. Wer sicher gehen will, lässt die Fundamente vom Fachbetrieb setzen und baut den Bausatz selbst auf.
Zubehör einplanen: Viele Bausätze enthalten weder LED-Beleuchtung noch Seitenelemente. Beliebte Ergänzungen: integrierte LED-Spots (200 bis 600 €), Moskitonetze als Insektenschutz (100 bis 300 € pro Seite) und ZIP-Screens als Wind- und Blickschutz.
Lamellendach mit verstellbaren Alu-Lamellen
Breite
4,06 m
Tiefe
3,06 m
Windwiderstand
80 km/h
Schneelast
110 kg/m²
ab 3.003 €
Unverbindlicher Preis, Stand: März 2026
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Häufige Fragen
Kann ein freistehendes Lamellendach ohne Fundament stehen?
Technisch nicht. Ohne Fundament fehlt die Verankerung gegen Wind. Manche Hersteller bieten Aufschraub-Pfostenträger für bestehende Betonplatten an. Das ist kein Fundament im klassischen Sinn, aber die Platte muss dick genug sein (mindestens 15 cm Beton). Auf losem Untergrund (Rasen, Kies) sind frostsichere Fundamente Pflicht.
Wie tief müssen die Fundamente sein?
In Deutschland mindestens 80 cm (Frostgrenze). In Höhenlagen ab 500 m über NN empfehlen Statiker 100 cm. Die Mindestgröße pro Punktfundament: 30 × 30 cm. Bei großen Lamellendächern (ab 5 × 5 m) oder exponierter Lage kann der Statiker größere Fundamente vorschreiben.
Brauche ich einen Statiker?
Die Hersteller liefern eine Montage- und Statikdokumentation für Standardfälle mit. Bei Sondersituationen (exponierter Standort, weicher Boden, Kopplung mehrerer Module, Dachterrasse) ist ein eigener Statiker-Nachweis sinnvoll. Kosten: 150 bis 400 €.
Ist ein freistehendes Lamellendach genehmigungspflichtig?
In den meisten Bundesländern ja, weil es als Überdachung gilt. Die Genehmigungsfreiheit für »offene Pergolen« greift bei Lamellendächern nicht, da die Lamellen geschlossen werden können. Prüfe die LBO deines Bundeslandes. Die konkreten Regelungen findest du in unserer Baugenehmigung-Übersicht.